Nur wer loslässt hat zwei Hände frei

"Vom Drama mit den eigenen Stressmustern"

Aktueller BLOG Beitrag zum Thema "Manipulative Rollen unter Stress"
von Fritz Zehetner, Mai 2020

In meinem letzten Blog habe ich unter dem Titel „Selbstbestimmt aus der Krise“ von drei wichtigen angeborenen psychologischen Grundbedürfnissen berichtet, die wir regelmäßig auf positive Art befriedigen müssen. 

Wenn uns das gelingt, sind wir effektiv, produktiv und energievoll. Gelingt es uns nicht, zeigen wir dysfunktionales Verhalten, um unsere unbefriedigten Grundbedürfnisse negativ zu befriedigen. Das wird erlebbar in einer Abfolge von vorhersagbaren Verstimmungs- und Stressmustern. 

Drei manipulative Rollen sind dabei immer Begleiter. Stephan Karpman hat sie in seinem Modell des Drama-Dreiecks aufgezeigt, indem er diese drei manipulativen Rollen, jene des Verfolgers, des Retters und des Opfers, als Muster unbewusster Lebenspläne beschreibt:

Verfolger Rolle (+/-)
Selbstgerecht oder rechthaberisch setzt diese Person Wert und Würde eines anderen herab, indem sie z.B. zurechtweist, Vorwürfe macht, kritisiert, anklagt, droht, beschuldigt, demütigt oder einschüchtert. Sie betrachtet andere als weniger o.k. als sich selbst. Läuft etwas nicht so wie sie sich das vorstellt, wird diese Person schnell wütend oder sogar aggressiv.

Retter Rolle (+/-)
Diese Person bietet, aus einer überlegenen Position heraus, Hilfe an, ohne darum gebeten worden zu sein. Sie betrachtet sich selbst als mehr o.k. als andere und setzt gleichzeitig die Fähigkeit der anderen herab, selbst denken und sich selbst helfen zu können. 

Opfer Rolle (-/+) 
Eine Person fühlt sich als weniger o.k. als andere, als unterlegen und setzt sich selbst mit seinen Fähigkeiten herab. Sie zeigt sich unterwürfig, kindlich, hilflos, schüchtern, unwissend, usw. Oft sucht eine Person in der Opferrolle einen Verfolger, der ihr zusetzt oder ist auf der Suche nach einem Retter, der Hilfe anbietet und damit die eigenen Grundüberzeugung bestätigt: „Alleine schaffe ich es nicht.“ 

Zusammenfassung:

  • Wenn ein für uns wichtiges psychologisches Grundbedürfnis nicht auf positive Weise befriedigt werden kann, wird versucht, dieses Bedürfnis auf negative Weise zu befriedigen. Das ist dann über eine vorhersehbare Abfolge von Verstimmungs- und Stressmustern erkennbar, die sowohl unsere Kommunikation als auch die Gestaltung von Beziehungen negativ beeinflussen.
     
  • Immer, wenn wir uns in der Dynamik unserer Verstimmungs- und Stressmuster befinden, ist gleichzeitig eine der manipulativen Rollen – Verfolger, Retter oder Opfer – auf der Verhaltensebene dominierend wirksam. Diese Person versucht – unbewusst – einen passenden Mitspieler zu finden oder andere Personen in die komplementäre Rolle zu „locken“. Damit kann dann das negative „Spiel“ (Drama) seinen Lauf nehmen, das in der Regel mit Frustrationen aller Beteiligten und einem absehbaren negativen Ergebnis endet.  
     
  • Die manipulativen Rollen im Drama-Dreieck entspringen frühkindlichen Mustern der Lebensgestaltung und Überzeugungen. Diese verhindern, dass uns unsere eigentlichen Wünsche und Grundbedürfnisse im Hier und Jetzt bewusst werden und, dass wir auf autonome Art und Weise für eine regelmäßige und dauerhafte Befriedigung unserer Grundbedürfnisse sorgen können.
     

SIZE PROZESS® unterstützt mit seinem PERSÖNLICHKEITS- UND KOMMUNIKATIONS-MODELL und den dazugehörenden verschiedenen PERSÖNLICHKEITS-PROFILEN,

  • sich der eigenen aktuellen psychologischen Grundbedürfnisse bewusst zu werden.
     
  • wiederkehrende dysfunktionale Muster des Denkens und Fühlens zu verstehen und bewusst zu machen, die hinter den immer wiederkehrenden und vorhersagbaren Verstimmungs- und Stressmustern sowie den begleitenden manipulativen Rollen im Drama-Dreieck stecken.
     
  • an alten Überzeugungen und Mustern der Lebensgestaltung LOSZULASSEN, DAMIT DIE HÄNDE FREI SIND für den Zugang zu all unseren autonomen, positiven Verhaltensmustern unserer Persönlichkeit.
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